Zum Hauptinhalt springen

Artikel

Die Wohnungsbau Ludwigsburg bietet mit „Mein passendes Zuhause“ ein individuelles Umzugsmanagement

Viele Menschen leben in Wohnungen, die nicht ihren aktuellen Lebensverhältnissen entsprechen. Zum Beispiel junge Paare, die zu einer Familie mit Kindern wachsen und statt ihrem Zweizimmerappartement eine Vierzimmerwohnung benötigen. Oder alleinstehende Senioren, die noch in der geräumigen Familienwohnung leben, obwohl die Kinder längst aus dem Haus sind und der Partner verstorben ist. Für solche Fälle hat die Wohnungsbau Ludwigsburg (WBL) ein flexibles Konzept entwickelt. Sie nimmt sich den wechselwilligen Wohnungssuchenden an und begleitet diese individuell in ihr „passendes Zuhause“.

So wechselte das Rentnerehepaar Häberle im Juni 2020 von einer Dreizimmerwohnung im Dachgeschoss eines Altbaus aus den 1960er-Jahren in eine gerade fertiggestellte Neubauwohnung mit zwei Zimmern und einem großen Balkon. „In unserer alten Wohnung waren 49 Treppenstufen bis zur Eingangstür zu überwinden und jeder Schritt tat weh“, erzählt Ursula Häberle, die auf Gehhilfen und Rollator angewiesen ist. „Vor dem Umzug habe ich die Wohnung ein halbes Jahr nicht verlassen können.“ Dagegen ist das neue Domizil im ersten Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses barrierefrei über einen Aufzug erreichbar und bietet mit bodengleicher Dusche und breiten Türen ein bedarfsgerechtes Umfeld.

Von groß nach klein mit mehr Komfort
Familie Häberle lebte 24 Jahre in ihrer letzten Wohnung. Lange Zeit ge-meinsam mit ihrer Tochter, die nach ihrem derzeitigen Studium nicht mehr ins Elternhaus zurückkehren wird. Viele Erinnerungen der beiden Senioren hängen an diesem Ort. Man war mit Nachbarn, Freunden und dem sozialen Umfeld vertraut. Doch eines Tages kam die Initialzündung für die Entscheidung zum Wohnungswechsel.

„In unserem alten Bad wollten wir einen Badewannenlift für mich anbringen. Das war jedoch durch die Dachschräge gar nicht möglich“, berichtet die Rentnerin. „Daraufhin habe ich die WBL angeschrieben und erklärt, dass wir eine barrierefreie Wohnung brauchen, die vor allem mir mit meinem Handicap größtmögliche Mobilität erlaubt. Tatsächlich hat sich die WBL dann mit einem geeigneten Angebot gemeldet.“

Julia Rüber, Sozialarbeiterin bei der WBL, sammelt inzwischen positive Erfahrungen mit dem individuellen Umzugsmanagement, welches das kommunale Wohnungsunternehmen im vergangenen Jahr eingeführt hat. „Genau für solche Fälle wie den der Familie Häberle haben wir „Mein passendes Zuhause“ konzipiert. Innerhalb unseres Wohnungsbestandes suchen und finden wir in der Regel gute Lösungen für unsere umzugswilligen Mieter“, erläutert die Sozialarbeiterin.

Eine verlässliche Begleitung und vielfältige Unterstützung erfahren vor allem die älteren Menschen, die den Schritt von groß nach klein gehen. „Hier achten wir darauf, dass der Kaltmieten-Quadratmeterpreis gleichbleibt, sodass sich die Grundmietkosten insgesamt senken. Kehrwoche und Schneeräumen werden vom Hausmeisterdienst übernommen und entlasten zusätzlich. Da die Senioren bei uns meist in energieeffiziente Neubauten umziehen, ist zudem eine Senkung der Heizkosten zu erwarten.“

Dazu kann Familie Häberle noch nichts sagen, da sie erst seit wenigen Sommerwochen im neuen Zuhause wohnt. „Auch wenn wir unser drittes Zimmer – ehrlich gesagt – manchmal noch vermissen, fühlen wir uns hier wohl“, erzählt Ursula Häberle. „Mir gefällt der Ausblick auf Kindergarten und Schule, das lebendige Treiben im direkten Umfeld ist wohltuend. Und alle Nachbarn, die wir inzwischen kennengelernt haben, sind sehr nett.“

„Hier wohnt es sich nicht schlecht“, bestätigt Elmar Häberle, „Überrascht und erfreut waren wir außerdem über die Umzugsförderung der WBL in Form einer Prämie. Das hat uns bei der Finanzierung von Anschaffungen wie neuen Gardinen und Ähnlichem geholfen.

Von klein nach groß mit Perspektiven
Frei gewordene größere Wohnungen werden nach der Renovierung gerne an Familien vermietet, die dringend mehr Raum benötigen. Die Flexibilität unseres Konzepts „Mein passendes Zuhause“ ermöglicht nahezu maßgeschneiderte Individuallösungen“, betont Andreas Veit, Vorsitzender der Geschäftsführung der Wohnungsbau Ludwigsburg. Und am Ende profitieren immer zwei Haushalte von einem passenden Wohnraum.

Der Anstoß für „Mein passendes Zuhause“ entwickelte sich aus einer Erhebung der mehr als 30-jährigen Mietverhältnisse im Wohnungsbestand der WBL. Mit dem Ergebnis, dass rund 210 Einzelpersonen und Paare in Vier- und Fünfzimmerwohnungen leben, häufig in älteren Gebäuden ohne Aufzug. Treppensteigen und Wohnungspflege werden immer beschwerlicher. Gerade für diese Senioren bietet sich ein Woh-nungswechsel sowohl aus Komfort- als auch aus finanziellen Gründen an. Hinderungsgründe sind oft die emotionale Verwurzelung im sozialen Umfeld, die Angst vor einem Umzug und die damit verbundenen Kosten.

„Deshalb suchen wir das persönliche Gespräch und lassen den Menschen ohne Druck Zeit für ihre Entscheidung“, erklärt Julia Rüber, die Umzugswillige begleitet und betreut. „Fällt die Entscheidung für ein neues Zuhause, helfen wir gerne bei der Planung und Umsetzung und unter-stützen bei Bedarf auch später, zum Beispiel bei Behördengängen.“ Wenn der Wechsel gelingt, sichert er älteren Menschen ein selbstbestimmtes Leben in einem komfortablen Zuhause und macht größere Wohnungen für Familien frei, die bisher in beengten Verhältnissen leben. Für alle Beteiligten also ein passendes Zuhause.