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Pressemitteilung vom 18.07.2016

Verzerrte Tatsachen - Stellungnahme zum Artikel „Und wer baut Sozialwohnungen?“ in der Ludwigsburger Kreiszeitung vom 18.07.2016


Im Neubaugebiet Muldenäcker setzt die Stadt Ludwigsburg erstmals den Gemeinderatsbeschluss von 2015 um, der vorsieht, dass aufgrund der angespannten Lage am Wohnungsmarkt 45 bis 50 Prozent der Wohnungen im Geschossbau entweder als Sozialwohnungen oder nach dem „Fair-Wohnen-Modell“ der Wohnungsbau Ludwigsburg (WBL) vermietet werden sollen. Der gleiche Beschluss schreibt fest, dass die WBL 30 Prozent der für den Geschossbau zur Verfügung stehenden Neubauflächen zum Bau von vergünstigten Wohnungen erwirbt. Die logische Folge dieser Regelung beinhaltet, dass das städtische Wohnungsunternehmen alleine den angestrebten und benötigten Umfang an sozial gefördertem Wohnraum nicht stellen kann.

Herr Maier-Steins Artikel weckt indessen den Eindruck, dass Stadt und WBL sich ihrer Verantwortung entziehen, indem sie den sozialen Wohnungsbau an private Bauträger delegieren. Das entspricht keineswegs den Tatsachen. Im Fall Muldenäcker wird die WBL ein Mehrfamilienhaus mit voraussichtlich 16 bis 18 Wohneinheiten erstellen und ausschließlich nach dem – ohne öffentliche Fördergelder eigen finanzierten – „Fair-Wohnen-Modell“ zu einem einkommensabhängigen Mietzins vermieten. Das Angebot zielt auf die immer größer werdende Gruppe von Menschen, für die trotz regelmäßigem Haushaltseinkommen eine Wohnung zu derzeitigen Marktmieten nicht mehr erschwinglich ist.

Ursprünglich sieht das Modell vor, den erstellten Wohnraum je zu einem Drittel als Eigentumswohnungen, als frei vermietete Wohnungen sowie als preisreduzierte Mietwohnungen anzubieten. Da die WBL in diesem Neubaugebiet nur ein Mehrfamilienhaus erstellt, verzichtet sie gänzlich auf die Erlöse aus einem Verkauf.

Die Zwischenüberschrift in besagtem Artikel – „Abweichung vom Modell Fair Wohnen“ – assoziiert bei weniger gut informierten Lesern möglicherweise einen falschen Eindruck. Denn die WBL weicht nicht etwa ab, um Profite zu erzielen.

Im Gegenteil, sie verzichtet auf eine Gegenfinanzierung durch den Verkauf von Wohnungen, wogegen privaten Bauträgern diese Option zur Gegenfinanzierung jederzeit offensteht und der Bau der Sozialwohnungen mit zinslosen Darlehen des Landeswohnraumförderungsprogrammes unterstützt wird.

Nun aber zur Eingangsfrage „Und wer baut die Sozialwohnungen?“ Fakt ist, dass die Wohnungsbau Ludwigsburg derzeit bereits rd. 700 Sozialwohnungen im Bestand hält. Fakt ist weiterhin, dass im Neubaugebiet Sonnenberg (ca. 60 Wohnungen) sowie in der Heinrich-Schweitzer-Straße (ca. 50 Wohnungen) mindestens 20 Prozent des Bauvolumens im sozialen Wohnungsbau erstellt werden. In der Marbacher Straße entsteht 2017 ein Gebäude mit 25 Sozialwohnungen (100 Prozent!). Im Gebiet Grünbühl sind 150 Sozialwohnun-gen und/oder Wohnungen nach dem „Fair-Wohnen-Modell“ geplant (Quote 35%). Und nicht zuletzt im Areal der Jägerhofkaserne werden von rund 170 geplanten Wohnungen insgesamt 90 als Sozialwohnungen vorgesehen, was einer Quote von mehr als 50 Prozent entspricht.

Mit diesem Hintergrund lässt sich Herrn Maier-Steins Eingangsfrage „Wird in städtischen Neubaugebieten der Bau von Sozialwohnungen künftig allein zur Aufgabe von privaten Bauträgern?“ nicht nur mit einem eindeutigen NEIN beantworten, sondern er setzt auch die von privaten Bauträgern geforderten maximal elf Sozialwohnungen im Baugebiet Muldenäcker in eine sachlich richtige Relation.
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Raumklammer 60 Jahre 60 Jahre Wohnungsbau Ludwigsburg

Die Wohnungsbau Ludwigsburg GmbH (WBL) vermietet, verkauft und verwaltet Wohnungen sowie gewerbliche Flächen, baut neue Miet- und Eigentumswohnungen und modernisiert unter energetischen Gesichtspunkten den Bestand.

Die Wohnungsbau Ludwigsburg ist Dienstleister. Ob Mietverwaltung, WEG-Verwaltung oder Hausverwaltung für Dritte - wir sind für unsere Kunden da und unterstützen sie bei allen Fragen rund ums Wohnen und Arbeiten - seit über 60 Jahren.

Zum Imagefilm der WBL: 60 Jahre Wohnungsbau Ludwigsburg
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Wirtschaftlich, Sozial und Ökologisch - das sind die Leitlinien der Wohnungsbau Ludwigsburg GmbH.

Wir stellen in Ludwigsburg über 2.300 Mietwohnungen zur Verfügung und sind somit der größte Vermieter. Über 600 Wohnungen sind für Menschen mit Unterstützungsbedarf reserviert. Von diesen Wohnungen sind nur knapp 300 öffentlich gefördert, die weiteren Mietwohnungen sind frei finanziert und werden von uns freiwillig unter Verzicht auf die eigene Rendite im Mietpreis reduziert.

Bei den weiteren rd. 1.700 Mietwohnungen orientiert sich die Miete - bis auf wenige Außnahmen - am Mittelwert des Mietspiegels und somit deutlich unterhalb der marktgängigen Mieten. Der Mittelwert des Mietspiegels Ludwigsburg liegt derzeit bei € 8,36 pro qm.

Die gesamtdurchschnittliche Kaltmiete beträgt bei der WBL - trotz vieler Neubauwohnungen und dem größtenteils energetisch modernisierten Bestandes - lediglich € 6,40 pro qm. Für die preisreduzierten Wohnungen beträgt die Kaltmiete nur € 5,72 pro qm.

Für Erwerbshaushalte mit geringem Einkommen hat die WBL das eigenfinanzierte "Fair-Wohnen-Modell" entwickelt. Hier staffelt sich die Miete nach der Höhe des Haushaltseinkommens (Subjektförderung). In der untersten Stufe reduziert sich die Miete bei einer Neubauwohnung um max. € 2 pro qm. Am Beispiel Sonnenberg bedeutet dies, dass die Neubauwohnung im günstigsten Fall nur € 7,50 pro qm Kaltmiete kostet.
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Flexibel und einzigartig:
Das „Fair Wohnen“-Modell der Wohnungsbau Ludwigsburg

Die Wohnungsbau Ludwigsburg hat ein einzigartiges Modell ins Leben gerufen. Sie schafft Neubauwohnungen zu erschwinglichen Mietpreisen für Haushalte, die es auf dem freien Wohnungsmarkt schwer haben. Das Besondere daran: Die WBL setzt das Konzept „Fair Wohnen“ ohne Fördermittel von Stadt oder Land um. Stattdessen verzichtet sie auf Mieteinnahmen und schmälert so die eigene Rendite. „Nach unserer Kenntnis hat noch kein Wohnungsunternehmen so ein Modell umgesetzt“, sagt Wohnungsbau-Chef Andreas Veit. Das erste Pilotprojekt wurde mit großen Erfolg im Neubaugebiet Am Sonnenberg umgesetzt.
Fair Wohnen Lageplan Sonnenberg klein Bis zum Frühjahr 2013 entstehen am Sonnenberg in Lud- wigsburg 43 mo- derne Mietwoh- nungen. 23 davon gehören zum Fair Wohnen-Modell. In diesen Wohnungen liegen die Mieten bis zu 2 Euro pro Quadratmeter unter dem aktuell gülti- gen Quadratmeter- preis des Mietspiegels. Das Fair Wohnen-Modell richtet sich an Personen, die einen Wohnberechtigungsschein erhalten. Das können Starterhaushalte oder junge Familien sein. Um wie viel Euro die Miete reduziert wird, ist einkommensabhängig. Ein Beispiel: Liegt das Bruttoeinkommen eines Vier-Personen-Haushalts unter 45.600 Euro, werden bis zu 2 Euro pro Quadratmeter von der ortsüblichen Vergleichsmiete abgezogen. Beträgt das Einkommen bis zu 62.400 Euro, werden 0,50 Euro pro Quadratmeter abgezogen.

Mit diesem Konzept verzichtet die WBL auf Mieteinnahmen und damit auf Teile der eigenen Rendite. Denn das Modell wird weder durch Fördergelder der Stadt, des Landes oder Bundes unterstützt. Möglich macht dieses Vorgehen eine glückliche Konstellation. „Uns gehören die Baugrundstücke bereits, wir mussten sie nicht erst teuer zu den derzeitigen Marktpreisen ankaufen“, erläutert Veit. Das stärkt den finanziellen Spielraum der WBL.